Resilienz und toxische Beziehungen – Wie dein Miteinander zum Gegeneinander wird



Wie entstehen toxische Beziehungen?


Toxische Beziehungen klingt zunächst einmal wie ein Wort, was absolut gar nicht zusammenpasst. Schließlich wollen wir eine Beziehung führen, die uns bereichert, einen Mehrwert im Leben gibt und ein harmonisches Miteinander voraussetzt. Doch toxische Beziehungen fangen oft genau auf diese Art und Weise an. Sie haben keinen Ursprung, es kann zu jeder Zeit beginnen und sich wie eine Spirale steigern. Sie können zum Beispiel durch Schicksalsschläge und Lebenskrisen entstehen. Doch wie verhalten wir uns richtig? Ist es doch der Partner, mit dem tiefgründige Gespräche bis in die Nacht geführt wurden. Es ist doch der Partner, mit dem man sein Leben verbringen will? Oder wollte? Hier ist es ganz individuell, weshalb wie und zu welchem Zeitpunkt sich das Verhältnis in einer Beziehung verändern kann. Manche Beziehungen schlafen ein, andere gehen im Guten getrennte Wege, widerum andere enden in heftigen Streitereien. Doch sie alle haben in der Regel etwas gemeinsam: Sie haben ein Ende. Toxische Beziehungen hingegen nicht. Hier finden sich klare Täter-Opfer-Rollen wieder, die sich in psychischer und physischer Gewalt zeigen. Einer leidet darunter: das Opfer. Von hier an heißt es: Resilienz zeigen. Konsequenzen folgen lassen. Und vor allem eines: Entscheidungen treffen.


Wie in einer toxischen Beziehung umgehen?


Warum sind einige Menschen nach Schicksalsschlägen oder Lebenskrisen relativ schnell wieder stabil– oder wachsen möglicherweise sogar daran? Und warum drohen andere Menschen an ähnlichen Themen fast zu zerbrechen? Der unterschiedliche Umgang hängt damit zusammen, wie resilient wir sind.


Zuerst einmal sollte geklärt werden, was Resilienz überhaupt ist. Im Wörterbuch wird sie mit psychischer Widerstandskraft und der Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, beschrieben. Mehr dazu haben wir bereits in unserem ersten Artikel „Resilienz und Trauer“ erläutert.


Schwach und verletzt nach toxischer Beziehung


Während und nach toxischen Beziehungen fühlen wir uns in der Regel alles andere als resilient, sondern schwach und verletzlich. Unsere Stabilität und Widerstandskraft wurde uns in diesen Beziehungen möglicherweise komplett genommen. Wie schaffen wir es also, eine gewisse Resilienz zu erwerben oder wiederzuerlangen, sodass uns Begegnungen dieser Art nicht langfristig völlig aus der Bahn werfen? Denn letztlich werden wir immer wieder Krisen meistern müssen.

Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Herausforderungen, und auch all das Wissen um toxische Beziehungen schützt nicht immer davor, zumindest kurzfristig wieder in schwierige Beziehungsdynamiken zu geraten.


Toxische Beziehungen im Büroalltag

Toxische Beziehungen können sich im privaten wie auch beruflichen Leben zu jedem Zeitpunkt entwickeln. Dies kann im Berufsleben bereits mit kleinen Streitereien mit dem Mitarbeiterkollegen oder dem Vorgesetzten beginnen und kann im Lauf der Zeit zu einer toxischen Beziehung werden. Stress im Berufsalltag zählt zu den häufigsten Leiden in Deutschland, der häufig durch toxische Beziehungen im sozialen Leben entsteht. Häufige Fehlzeiten, Krankmeldungen und eine niedrige Produktivität sind die Folgen und sollten sowohl vom Individuum als auch vom Vorgesetzten wahrgenommen werden.

Dies beginnt mit der Einsicht, die derzeitige Situation nicht hinnehmen zu wollen. Daraus muss ein Anreiz entstehen, das Problem auf eine sinnvolle Art und Weise zu lösen. Der Umgang und die Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungen und die bewusste Wahrnehmung dieser unangenehmen Situation sorgt zudem dafür, dass wir uns resilient schützen müssen.

Mit einer toxischer Beziehung umzugehen lernen

Sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben sind toxische Beziehungen ein Thema, welches viel zu wenig Beachtung findet und in vielen Fällen die Ursache für Kündigungen, Unzufriedenheiten und schlechter Produktivität sind.

Sei es der Chef, der einen täglich tadelt, der Mitarbeiterkollege, der mobbt und lästert – meist sind wir selbst nie Schuld in eine toxische Beziehung zu geraten. Die Kommunikationsebene ermöglicht eine mehrfache Wahrnehmung und häufig hilft ein klärendes Gespräch, festgefahrene Probleme aus der Welt zu schaffen.

Neben der offenen Kommunikation ist auch die Art und Weise, wie wir mit toxischen Beziehungen umzugehen lernen, selbst wenn keine Einigung möglich ist. Resilienz aufbauen ist das Stichwort, um aus toxischen Beziehungen erfolgreich herauszukommen.


Menschen aus toxischen Beziehungen brauchen einen „neuen Weg“

Später bekommen sie dann Antworten auf die Fragen, wie sie da hineingeraten sind und was sie beachten müssen, um nie wieder in einer toxischen Beziehung zu landen oder länger zu bleiben.

Menschen aus solchen Beziehungen wünschen sich und brauchen ein einfaches „Rezept“ zur Verarbeitung und Heilung, um aus der Hilflosigkeit und Ohnmacht wieder in ein selbst bestimmtes und angenehmeres Lebensgefühl zu kommen. Diese Beziehungen und Trennungen fühlen sich nämlich all zu oft an wie ein kleiner Tod und beeinflussen dementsprechend alle Bereiche unseres Lebens.


Wie man resilient wird – das eigene Glück wertschätzen lernen


Das wichtigste Rezept, um resilient nach toxischen Beziehungen zu werden, ist „Leben“! Mit Leben sind Dinge gemeint, die uns Spaß und uns glücklich machen. Das können (neue) Hobbys sein, aber zum Beispiel auch ein gesunder Lebensstil. Außerdem wird Resilienz durch Selbstliebe und ein soziales Umfeld, was unterstützend ist und sich im besten Fall nicht auch noch toxisch verhält, gefördert.

Auch wenn man davon ausgeht, dass es angeboren ist, wie stabil beziehungsweise resilient ein Mensch ist, und weitere Grundsteine dafür in der Kindheit gelegt werden, so kann man auch im Erwachsenenalter noch einiges dafür tun, von psychisch und physisch von toxischen Beziehungen zu lösen. Und dazu gehört es auch, die Chancen und Möglichkeiten einer Krise zu sehen, ein Stück weit zu akzeptieren, was nicht (mehr) veränderbar ist, und seine Energien in andere und neue Herausforderungen zu investieren.


Sich mit toxischen Beziehungen auseinandersetzen

Dennoch ist auch Resilienz kein Allheilmittel und sollte nicht dazu führen, dass wir toxische Verhaltensweisen akzeptieren und nicht mehr kritisieren. Nach einer toxischen Beziehung ist es immer sinnvoller, sich mit ihr auseinanderzusetzen, das toxische Verhalten zu benennen und die eigenen Themen zu bearbeiten. Wie bei allen Themen und möglichen Lösungsansätzen gibt es auch hier ein Für und Wider. Der gesunde Mittelweg ist meist der Beste!

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